Kinder, gutes Benehmen und Tischmanieren

Die ersten Minuten im Knigge-Kurs: "Wer von euch hat das Wort "Knigge" schon mal gehört, was könnte es bedeuten?" Sabine meldet sich als Erste: "Man kommt geknickt in den Kurs und geht dann mit guten Manieren wieder nach Hause". Daniel schüttet den Kopf: "Knigge" kommt vom Zirkus Knie, das ist ja ganz klar, lernen wir hier jonglieren?" "Nein, nein", widerspricht Noemie: "Knigge kommt von Knie, das tönt fast gleich". Die zehn Kinder rätseln noch einen Moment über "Knigge" nach, danach ist allen klar: Der Herr auf dem Bild mit den weissen Haaren, der ein wenig wie Napoleon aussieht, ist der deutsche Adolph Freiherr Knigge. Die spannende Geschichte, wie Knigge mit seinem Buch "Über den Umgang mit Menschen" zur sprichwörtlichen  Berühmtheit gelang ist, ist der Einstieg in unseren Kniggkids-Kurs. "Wer von euch wurde schon einmal nicht gegrüsst oder zurück gegrüsst? Alle Hände der kleinen Teilnehmer fliegen in die Höhe. Alle sind sich einig: Grüssen muss sein und zeigt Wertschätzung. Aber wer grüsst wen zuerst? Ist das überhaupt wichtig?

"Der Erwachsene muss mich zuerst grüssen", behauptet Lars. "Schliesslich ist er grösser und älter". Nina ist anderer Meinung. Jetzt können die Kinder in lustigen Rollenspielen verschiedene Situationen ausprobieren. Danach wissen alle, wer wen zuerst grüsst und warum ein einfaches "Grüezi Frau Meier" wichtig und wertschätzend ist. Beim Händedruck haben wir plötzlich alle einen "toten Fisch" in der Hand, einige auch eine "Killerklaue" und ganz wenig erhalten einen "Zwergligriff". Wieso ist die Distanzzone denn bei "Grüezi säge" so wichtig und beim Üben finde wir es blöd, wenn uns unser Gegenüber nicht in die Augen schaut. Beim nächsten Händedruck sind alle Teilnehmer "Bären", die selbstbewusst und mit Augenkontakt grüssen.

 "Hatschi"! Lea niest in die rechte Hand und reicht diese dann Remo zur Begrüssung. Der will diese Hand lieber nicht drücken. Wie niest und hustet man richtig und sagt man noch "Gesundheit"? Carmen kennt einen Kollegen, der immer auf den Boden spuckt. Da sind sich alle einig: "So gruuusiig!".  Körpergeräusche sind immer ein spannendes Thema im Knigge-Kurs. Aber wer kennt die wichtigsten Zauberwörter, die für ein gutes Miteinander wichtig sind?

Nach vielen Rollenspielen rund ums gute Benehmen gibt einen Apéro. Jetzt wird's schwierig: Wie halte ich ein Glas, einen kleinen Teller und die Serviette in einer Hand? Luisa strahlt: "Wenn man den Trick kennt, ist das megaeinfach. Das zeige ich heute Abend meinen Eltern." Nils weiss jetzt, wie man ein Stielglas richtig hält und warum man Nüssli mit einem Löffel schöpft. Genüsslich "smalltalkt" die junge Gruppe bei Chips, Nüssli, Gemüsestängeli und Orangensaft. "So lustig habe ich mir den Knigge-Kurs nicht vorgestellt", ruft Mia in die Gruppe. Jetzt decken die Kinder den Tisch ein. Ein  feines 3-Gang-Menü erwartet sie. "Braucht es diesen kleinen Teller?", fragt Jens. "Und warum sind diese Messer so flach?" Es wird diskutiert und gearbeitet. Ab und zu fällt der Blick zum Gegenüber. Warum hat Julia die Messer auf der rechten Seite eingedeckt? Gehören die nicht auf die linke Seite? Wohin kommt der Desserlöffel oder ist das der Suppenlöffel? Serviette links, rechts oder in die Mitte? Isst man Salat nur mit der Gabel oder darf man den verschneiden? Als Schluss wird gemeinsam mit der Kursleiterin korrigiert, erklärt und alle Besteckteile werden richtig platziert. Wer spricht die "Bestecksprache"? Wenn man diese Sprache spricht, kann man dem Servicepersonal signalisieren: Ich bin fertig mit Essen oder ich mache eine Pause. Sofort wird das Gelernte umgesetzt. Bei der Besteckhaltung hadern die meisten Teilnehmer. "Das ist ungewohnt", mein Pieter. "Sonst verschneide ich meine Spaghetti immer". Beim Schneiden des Fleisches merken die Kinder, dass es mit der richtige Besteckhaltung viel einfacher geht.  Dennoch ist es ein "Umgewöhnen" und erfordert Disziplin.  Nach dem Dessert sind alle Kinder satt und zufrieden. "Ich habe mega viel gelernt in diesem Kurs und Spass gemacht hat es auch noch." Ein schönes Kompliment.

 

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