Knigge in Umkleidekabinen - der 8-Punkte-Knigge in Klediergeschäften

Per Mausklick das Bikini und die Strandschuhe bestellen. Das Paket wird geliefert, die Ware anprobiert und wenn’s nicht passt: Zurück in den Karton und ab die Post.  Oder man geht physisch shoppen. Kleiderläden gibt es wie Sand am Meer, sei es für ein grosses oder kleines Budget. In den Geschäften lässt man sich inspirieren, prüft den Stoff mit seinen Händen, freut sich, wenn das Preisschild mit „Sale“ angeschrieben ist, nimmt verschiedene Grössen mit (man weiss ja nie wie das Teil geschnitten ist), sucht sich noch die passende Hose oder Bluse dazu aus und marschiert Richtung Umkleidekabine. Und dort begegnen sie uns, die Kleiderkabinen-Grüsel:

Menschen, die gerne Kleider anprobieren und - wenn’s nicht passt - diese auf dem Boden der Umkleidekabine liegen lassen, ganz nach dem Motto: „Habe das Teil probiert, steht mir nicht, gehört mir nicht, werfe ich auf den Boden.“ Beim Verlassen der Kabine wird das verschmähte Kleidungsstück noch mit den Schuhen traktiert. Ebenso unangenehm ist es, in eine Kabine zu treten, in der noch Kleidungstücke hängen, die der Vorgänger zurückgelassen hat. Obwohl am Ausgang eine Kleiderstange für unpassende Stücke platziert ist oder eine Verkäuferin die Sachen entgegennehmen würde. Niemand verlangt schliesslich von einem Kunden, die anprobierte Ware wieder an ihren ursprünglichen Ort zurück zu legen. 

Meine Tochter probierte in einem Geschäft für junge Mode einige Kleidungstücke an. Beim Verlassen der Kabine hängte sie die nicht passenden Stücke auf die Kleiderstange (sogar die Kleider, die sie in der Kabine vorgefunden hatte). Eine junge Verkäuferin, die die Umkleidekabinen betreute, fing uns vor der Kasse ab. Mit einem Lächeln drückte sie meiner Tochter einen 10% Gutschein mit den folgenden Worten in die Hände: „Sie waren heute die erste Kundin, die eine saubere Umkleidekabine hinterlassen hat. Es wäre schön, wenn alle Kunden die Kleider so sorgfältig behandeln würden.“ Etwas Selbstverständliches wurde zu etwas Aussergewöhnlichem.

 

Der 8-Punkte-Knigge in der Umkleidekabine:

 

1.    Nach der Anprobe nicht passende Kleider aus der Kabine nehmen und auf den vorgesehenen Ständer hängen, auf die Ablage legen oder am Ausgang der Umkleide abgeben. Falls nichts vorhanden ist, Verkäuferin fragen, ob sie die Kleidung abnimmt oder ob man die Stücke in der Kabine lassen kann.

 

2.    Falls beim Anprobieren eine Naht reisst oder ein Knopf abfällt: Das Kleidungsstück der Verkäuferin übergeben. Der nächste Kunde wird dankbar sein, wenn er nicht ein kaputtes Teil in die Kabine mitnimmt.

 

3.    Beim Anprobieren achten, dass kein Make-up  oder Lippenstift die Kleidung beschmutzt. In vielen Geschäften sind entsprechende Make-up Tücher in den Ankleidekabinen vorhanden.

 

4.    Körpergerüche wie Schweiss, Parfüm oder Rauch setzen sich schnell in der Kleidung ab. Wenn die Temperaturen steigen und man bereits verschwitzt ist, keine Kleider anprobieren.

 

5.    Mit Kindern shoppen: Wenn Erwachsene Kleider anprobieren, ist dies für Kinder in der Regel eher langweilig. Mit einem lustigen Buch oder Spielzeug  kann die Wartezeit überbrückt werden. Kinderwagen so platzieren, dass der Weg für Andere nicht versperrt ist.

 

6.    Essen und Trinken in Kleidergeschäften und ganz besonders in der Umkleidekabine sind ein „No-Go.“

 

7.    Keinen Abfall in der Kabine liegen lassen.

 

8.    Selfies in der Umkleidekabine können bei der Entscheidung helfen. Bei grossem Andrang  sollte die Kabine jedoch nicht zu lange blockiert werden.

Wie sind Ihre Erfahrungen in der Umkleidekabine?

Teilen Sie uns Ihre Beobachtungen mit.

 

Mit Knigge-Grüssen Katrin Künzle

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Karin Gilgen (Dienstag, 09 August 2016 10:37)

    Liebe Frau Künzle. Vielen Dank für diesen Beitrag. Endlich jemand, der darauf hinweist. Ich habe mich schon oft über solche "Grüsel" aufgeregt. Wir alle gehen gerne einkaufen und es macht keinen Spass, solche Umkleiden zu betreten oder etwas anzuprobieren. Zuerst die Verkäuferin zu bitten, die Unordnung wegzuräumen, macht man ja auch nicht. Es wäre für alle ein Gewinn, dieses Mass an Anstand zu haben. Liebe Grüsse Karin Gilgen